Odurs Rückkehr

Neubearbeitung des Rabesangs Nr. 2

(Autor: M. Schlottig)

 

 

 

Aus dem Thomas-Evangelium Kap.1:2

„Wer sucht, höre nicht auf zu suchen, bis er findet.

Wenn er findet, wird er erschüttert werden.

Ist er erschüttert, wird er staunen.

Und dann wird er über das All herrschen“.

Vers 5

 „Erkenne den, der vor deinem Angesicht ist,

und was verborgen ist, wird sich dir offenbaren.

Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar würde.“

 

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(Neubearbeitung des Rabesangs Nr. 2 „Erkennen“. Es entsteht die Definition des „Myteriums der 9 Nächte Wodans (Hangatyr) am Weltenbaum“)

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Das Mysterium der 1. Nacht: Die SUCHE.. 1

Das Mysterium der 2. Nacht: Odurs Wendung zur Finsternis. 2

Das Mysterium der 3. Nacht: Odurs Einsicht 3

Das Mysterium der 4. Nacht: Selbsterkenntnis und neuer Anfang. 6

Das Mysterium der 5. Nacht: Odurs Reue. 6

Das Mysterium der 6. Nacht: Odurs Fall - Rückblende. 6

Das Mysterium der 7.Nacht: ODURs SELBSTERKENNTNIS.. 7

Das Mysterium der 8. Nacht: Odurs Erweckung. 7

Das Mysterium der 9. Nacht: Der Abstieg vom Lebensbaum(Kreuz) 7

 

 

Das Mysterium der 1. Nacht: Die SUCHE

 

Antwort, die du stets gesucht,

in Büchern und in Menschenwort,

Antwort, die du nie gefunden,

treiben dich von Ort zu Ort.

 

Kreise, die die Wahrheit bergen,

angelegt von lichten Zwergen.

Sind der Wahrheit tiefster Stich,

treffen mitten in dein Angesicht!

 

Angelegt die Fessel, die du nicht erkennst.

Schür`n  in dir verborg´ne Kräfte,

in deiner Blindheit gegen alle Tore rennst,

dabei vergeudest heil´ge Lebenssäfte.

 

Und in der Kreise letzten Blüte,

an des Endes letztem Blatt,

Menschen ziehn in kleinen Gruppen,

des Kampfes müd und matt.

 

Den Runen und der Götter Zeichen,

feuchtens in das Korn gelegt,

muß Dunkelheit nun endlich weichen,

und die höh`re Minne wird neu gepflegt!

 

So ziehn sie hin, die stolzen Skalden,

singen Lob und Lieb der „großen Dame“,

12 einstmals an der Tafel saßen,

denn „FREYJA“ ist der Freiheit Name.

 

Zwei Töchter zog sie auf,

„Erkenntnis“ und „Erfüllung“ sie geheißen*.

Verlassen von des Wütend Vater OD,

ließ zurück sie in der größten Not.

 

*H`noss und Gersemi

 

Diese Jungfraun musst er liebend finden,

sich erneut mit ihnen binden.

Diese Jungfraun seine Kinder waren,

die er verließ vor ewig vielen Jahren!

 

Töchter, die im Stich gelassen,

Töchter, die ihn dafür hassen!

Töchter, die er muss erneut gewinnen,

will er dem Schmerz erneut entrinnen.

 

Das Mysterium wird nun erhellt:

ODUR selbst und ganzer Welt!

Sich selbst erkennend und begreifend,

Erneut Vater sein, im Herzen reifend!

 

Sich zu bekennen, wer man ist und war,

das Bild im Kopf zeigt sich NUN klar!

„SICH SELBST GEWEIHT“ ist nun verstanden,

Ist heimgekehrt aus MYRKVIDS LANDEN!

 

 

Das Mysterium der 2. Nacht: Odurs Wendung zur Finsternis

 

Zur dunklen Seit` sein Stolz ihn trieb,

fern ab der stolzen Dame Lieb`,

In ferne Wüste ist gegangen,

und hat dort die  Macht empfangen.

 

„Ein Volk für seinen Namen“,

geformt nach alter Sitte  Norm,

Legte in die Menschen seinen Samen,

brachte Leid in vieler Form!

 

Menschen, Sippen, Völker dienten,

ihm aus Furcht und unter Qualen,

Bestrafte sie – wenn er es wollte -,

Trat in den Staub sie mit  SANDALEN.

 

Nur einmal hat es ihn gereut,

mit Menschen die durch ihn geschaffen,

brachte so die „Große Flut“,

um sie all dahin zu raffen.

 

Doch bald hernach die Einsicht kam,

Entsinnung bracht ihn heim ins Land vom Vater,

Doch dort er fand nur fremde Menschen,

fand nicht mehr dort das Volk der RATER.

 

Denn ER hat sie vernichtet,

in Fehde und ihm Krieg,

eilte stets und ohne Gnade

 hin zum nächsten Sieg.

 

Brannte ganze Länder,

nieder bis zur Glut,

tränkte heimische dunkle Erde,

mit der eig`nen Sippe Blut!

 

Diesen Umstand hat vergessen,

war von BLUT und MACHT besessen!

So tränkte selbst mit Blut der Heimat Erde,

selbst mit dem BLUT der ASEN-PFERDE!

 

Diese SCHULD – die muss er tragen,

bevor er kann das NEUE wagen!

MUSS diese SCHULD der WELT bekennen,

will er sich wieder ODUR nennen!

 

 

(Die Erkenntnis legt nahe, das Odur mit dem alttestamentarischen Gott „Jahwe“ identisch ist, welches auch gleichsam die Sühne am Kreuz (Jesus) erklärt. Demnach starb „Jesus“ (Apoll, Phol, Balder) für SEINE Sünden am Kreuz: Sich selber sich selbst opfernd (Gyfaginning)).

 

 

Das Mysterium der 3. Nacht: Odurs Einsicht

 

Nun zu suchen, den Bruder, den er einst verlor.

Glaubte ihn getötet, in dem Kriege lang davor.

Vergessen alle Mären, sein Blut und seinen Schmerz,

denn mit Kälte war gefüllt – lange Zeit sein Herz.

 

Gesucht hat er, bis er erkannte,

das den, den er gesucht in aller Welt,

er doch niemals finden konnte,

denn er selbst war der, den ER gefällt!

 

Nicht den Bruder mußt er suchen,

den es niemals gab,

sondern nur das verlor´ne „ICH“,

das er dereinst trug SELBST zu Grab`!

 

VERNEBELT Sinn von jenem WORT,

dass geflüstert heiß in Schattins HORT.

VERFÜHRT umschlungen seinen LEIB,

aus SCHATTENREICH da kam das WEIB!

 

DUNKLER GÖTTIN ward erlegen,

in Gift gehüllt konnt nicht bewegen!

EINGELULLT und LIEBESTRUNKEN,

ist er in IHREN ARM gesunken!

 

SCHMERZ und PEIN gepaart mit SEX,

hat sein LEIB und HERZ verhext!

DUNKLER TRIEB wurd ausgelebt,

in Spinnennetz – das KLUG gewebt!

 

GEFANGEN in dem NETZ aus LÜGEN,

kann man nur SICH SELBST betrügen!

WENN im SCHMERZ man findet WONNE,

Herz erfüllt durch SCHWARZE SONNE!

 

SCHWARZES LICHT und dunkler Keller,

im Geist niemals mehr wird’s HELLER!

GEFANGEN in den Bildern die geschaut,

eine MAUER die man selbst erbaut!

 

EINE MAUER, die man niemals bricht,

weil aus ihr die WOLLUST spricht!

So versucht man jenes zu VERNICHTEN,

dessen WERK tut selbst VERRICHTEN!

 

Um DUNKLE SEITE zu verbergen,

die niemand soll im LICHTE sehn!

Landet man bei jenen ZWERGEN,

die einem dann das LEBEN nehm´!

 

Und aus deinem Blute formen SAFT,

den SKALDENMET: der Dichter schafft!

Danach sinkst Du in die Tiefen,

in die dich einst die TRIEBE riefen!

 

WO du dann zum MALOK wirst,

und hernach das LEID gebierst!

Zum Fürst der GREYS an jenem ORT,

der eingebett`t in Schattins HORT.

 

Wurd an finstrem Ort zu Bös`Bewährten,

als auf die dunkle Seite er sich stellte,

verriet die Recken und Gefährten,

als ins Bett der Schicksalsgöttin sich gesellte.

 

So wurd aus lichtem BALDER, hell und Klar

Blinder HÖD, abgefall´n mit Haut und Haar.

Sanftmut und Lieb` war dereinst sein Begehr,

hats getauscht gegen MACHT und HEER.

 

Trieb die Heere fröhlich in den Tod,

brachte Mitgards Kindern Leid und Tod.

Brachte Pest und Schrecken in die Menschen-Welt,

streckte alles hin, vom Feigen bis zum Held!

 

Mit Blut getränkt ist Mitgards Erde,

Selbst Leichen riß er dort,

vernichtet gar die Schar der Zwerge,

schreckte nicht vor Meuchelmord.

 

Diese Schuld mußt er nun tragen,

da hilft kein Trän´ und auch kein Klagen.

Niemand konnte ihm Bürde nehmen,

So mußt er selbst das „Kreuz aufnehmen“.

 

Den Karren den er selbst gefahren,

in der Welten tiefsten Dreck,

mußt er selbst hinaus nun ziehen,

ODUR, einst so stolzer Reck`!

 

Sich selbst er mußt begreifen,

das ER einst der Lichte war.

Seine Liebe mußt erst noch reifen,

neu erfüll´n die Welt, die SEINE war.

 

ISAIS musste in ihm die Liebe neu erwecken,

als vor Schattin Horden musste sich verstecken.

Sah in seinen Augen warmes Funkeln,

das hell erstrahlt in Tiefes Dunkeln!

 

„Hilf mir!“ ins HERZ das kalt,

und das im Geiste widerhallt!

„Hilf Mir!“ in ihm das Gefühlt geweckt,

das LANGE ZEIT ward dort versteckt!

 

Aus Schattins Fängen rettet er die DAME,

bracht zurück den Stein: ISAIS war ihr NAME!

Aus SCHATTINS REICH wurd` er verbannt,

wo als FÜRST MALOK ward dereinst bekannt.

 

Nannte sich KWASIR, der Weise,

trat an als Mensch erneut die Reise.

Brachte Neider dann erst auf den Plan,

nach dem Leben ihm zu trachten dann.

 

Erschlugen ihn an dunklem Ort,

Blutentleert an ZWERGE HORT.

BLUT vermischt mir süßem MET,

der SKALDENMET erst so entsteht.

 

Doch ODUR wird erneut geboren,

sucht weiter das, das einst verloren!

Viele Leben – viele Reisen,

ihm den Weg des Schicksals weisen!

 

Viel gesehen LEID und SCHMERZ,

Voll Trauer war gefüllt sein Kleines Herz.

Nun wollt helfen Sippen, Volk und Welt,

die ihn ZURECHT für den Teufel hält!

 

So nahm er auf sich Tod am Pfahl,

beendet so des Volkes Qual,

zu steigen ab in neunter Nacht,

wenn sein Tod hat Sühn` gebracht.

 

So verschmilzt der Vater mit dem Sohn,

sein Tod am Kreuz bracht neuen Lohn,

alte Sünde gesühnt nun endlich war!

ODURs WEG ein Neuer war!

 

 

Das Mysterium der 4. Nacht: Selbsterkenntnis und neuer Anfang  

 

Nun ist die Zeit gekommen,

sich zu bekennen Freund und Feind.

Seine Arbeit nun ist aufzunehmen,

befrein die Menschen von dem Leid!

 

Mit des Zwerges ZAUBERHARFE,

die der „Neuen Minne“ fröhnt,

und mit Skalders Rabensängen

Mitgard nun erneut versöhnt!

 

Mit des Freundes Worte,

voll Liebe und voll Zuversicht,

in eine „Neue Ära“ tragen,

dem alten Volk vors Angesicht!

 

 

Das Mysterium der 5. Nacht: Odurs Reue

Erkannt hat er sich selbst,

Dunkelheit und Hellstes Licht,

war lange Zeit im Eise eingeschlossen,

doch Einsicht  Eis nun bricht!

 

Sein Herz angefüllt mit echter Reue,

kehrt zurück ganz ohne Scheue,

zur grossen Mutter und zum Vater,

zur Bestla und zum Bor, dem RATER.

 

Zurückgekehrt verlor´ner Sohn!

Hauset nun auf VATERGRUND,

Empfängt von BOR nun neuen LOHN,

Erfüllt mit LIEB´ den ERDENRUND.

 

Brüder nahm ihn auf in RUND,

wohl begreifend VATERWORT,

sahen der LANZE tiefe WUND,

sahen den Grund, er ging einst fort.

 

 

Das Mysterium der 6. Nacht: Odurs Fall - Rückblende

Auf MACHT und WISSEN hat gebaut,

in Mimirs tiefsten QUELL geschaut,

Wasser des Lebens hat getrunken,

unmerklich in Schlaf ist er gesunken.

 

FLÜSTERND Worte drangen an sein Ohr:

Herrin MITGARDS „I H N“ erkor!

Macht zum Gotte ihn in ihrem Reich!

Ihn zu setzen BOR selbst gleich.

 

Doch diese Macht sie niemals hatt`,

die Herrin Mitgards dunkler Schatt`,

MACHT und GIER macht letztlich BLIND,

macht aus dem Mann ein geistig KIND.

 

Verriet die Liebe zu der Göttin HÖRN,

ließ sich von SCHATTIN heiß betörn!

Auf ihre Reize  setzt´ sein Kraft,

Aus der Hoffnung Schmerz so schafft!

 

Doch wer aus der Starre sich befreit,

und ist zur Einsicht dann bereit:

kann das Blatt erneut nun wenden,

und den dunklen Pfad erneut beenden!

 

ODUR hat sich selbst erkannt.

Seine Erinn´rung hat den Fluch gebannt.

VATER, MUTTER, EURE KRAFT:

Ihn ODUR NEUE HOFFNUNG SCHAFFT!

 

 

Das Mysterium der 7.Nacht: ODURs SELBSTERKENNTNIS

 

Nun hat er sich selbst besiegt,

führte seinen letzten Krieg.

Das dunkle niemals sollt man unterschätzen,

sonst greift es dich und wird verletzen,

das Herz, welch ungestüm und voller WUT,

führt zum Verlust von Ehr und Mut!

Der schwarze Geist, der Hoffnung schafft,

in HILD-ES-HEIM fand seine Kraft,

In der IR-MIN schwarzer SäULe,

die in seiner Hand nun wird zur Keule,

mit der er nun die Schattin straft,

und ihre Brut nun bald entlarvt.

So kommts nun ans letzte Ende,

denn schon bald, da kommt die Wende,

BALDER ist nun HEIMGEKEHRT,

VATER, MUTTER neu verehrt!

 

 

Das Mysterium der 8. Nacht: Odurs Erweckung

 

Die alten Recken sind geweckt:

Als Güldenkamm den Hals gereckt!

Ruft zum Heil die Ritterschar,

NEUER GRAL erscheint so klar!

VERBINDUNG ist zurückgekehrt,

Allen nun das LICHT beschert.

GIMLES Tisch ist reich gedeckt,

EINHERIER aus STARR` geweckt!

Aus Walvater Halle schreiten nun,

um ihre heil´ge Pflicht zu tun.

Schwing den GER, der Worte fasst,

NEUER ZEIT so angepasst!

Folgen Ruf ALLVATERs, der nun heert,

WAGENTHOR ist HEIMGEKEHRT!

 

 

Das Mysterium der 9. Nacht: Der Abstieg vom Lebensbaum(Kreuz)

 

Der GRAL nun von neuem kann entstehn,

die alte WELT – sie wird vergehn.

NEUES LICHT die Welt erhellt,

das DUNKLE bald für immer fällt.

Drum belohnt wird der, der neues wagt,

ERFÜLLUNG endet WILDE JAGD.

An die Tafel Gimles kommen Recken all,

bringen Schattins BRUT zu fall.

Werden GUT und BÖSE nun versöhnen,

und vereint der NEUEN MINNE fröhnen.

Wieder 13 an der Zahl,

in Gimles Goldenen Saal,

Becher gefüllt mit „schwarzem Blut“,

singen endlich – und sie singen wahrhaft GUT.

WECKRUF weckt nun alle Recken,

die in Mitgards Weiten sich verstecken.

Ruft zum Kampf in Wigrids Auen,

Recken einst und „Weise Frauen“!

Um Dunkelmächte zu verjagen,

und mit Erd den Aufstieg wagen!

DUNKELHEIT wir nun vertrieben,

Menschen lernen wieder LIEBEN.

NEUE ERD bleibt nicht verwehrt,

denn ODUR Heut ist heimgekehrt.

VÄTER, MÜTTER, AHNENKRAFT,

in ASEN-SIPP nun HOFFNUNG Schafft!

ODURs HERZ find´t endlich Ruh,

IST HEIMGEKEHRT als YOK TI Q.

 

 

Odur Odhinsson, Erntemond der 5. Im Jahre des Wechsels(2005), Neubearbeitung des 2. Rabensanges aus dem Jahre der BESINNUNG, ebenfalls Erntemond. (Aug.2002) und vollendet am letzten Tag des Heumonds jenes Jahres, in dem der KAMPF auf  WIGRIDS AUEN beginnen wird. (31.Juli 2020)

 

 

 

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Autor: B. Freytag

www.fallwelt.de/goetter/OdursRueckkehr.htm