(Autor: M. Schlottig)
„Wer
sucht, höre nicht auf zu suchen, bis er findet.
Wenn
er findet, wird er erschüttert werden.
Ist
er erschüttert, wird er staunen.
Und
dann wird er über das All herrschen“.
„Erkenne den, der vor deinem Angesicht ist,
und
was verborgen ist, wird sich dir offenbaren.
Denn
es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar würde.“
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(Neubearbeitung des Rabesangs Nr. 2 „Erkennen“. Es entsteht die Definition des „Myteriums der 9 Nächte Wodans (Hangatyr) am Weltenbaum“)
Das Mysterium der 1. Nacht: Die SUCHE
Das Mysterium der 2. Nacht: Odurs Wendung zur Finsternis
Das Mysterium der 3. Nacht: Odurs Einsicht
Das Mysterium der 4. Nacht: Selbsterkenntnis und neuer Anfang
Das Mysterium der 5. Nacht: Odurs Reue
Das Mysterium der 6. Nacht: Odurs Fall - Rückblende
Das Mysterium der 7.Nacht: ODURs SELBSTERKENNTNIS
Das Mysterium der 8. Nacht: Odurs Erweckung
Das Mysterium der 9. Nacht: Der Abstieg vom Lebensbaum(Kreuz)
Antwort, die du stets
gesucht,
in Büchern und in
Menschenwort,
Antwort, die du nie
gefunden,
treiben dich von Ort zu
Ort.
Kreise, die die Wahrheit
bergen,
angelegt von lichten
Zwergen.
Sind der Wahrheit tiefster
Stich,
treffen mitten in dein
Angesicht!
Angelegt die Fessel, die
du nicht erkennst.
Schür`n in dir verborg´ne Kräfte,
in deiner Blindheit gegen
alle Tore rennst,
dabei vergeudest heil´ge
Lebenssäfte.
Und in der Kreise letzten
Blüte,
an des Endes letztem Blatt,
Menschen ziehn in kleinen
Gruppen,
des Kampfes müd und matt.
Den Runen und der Götter
Zeichen,
feuchtens in das Korn
gelegt,
muß Dunkelheit nun endlich
weichen,
und die höh`re Minne wird
neu gepflegt!
So ziehn sie hin, die
stolzen Skalden,
singen Lob und Lieb der
„großen Dame“,
12 einstmals an der Tafel
saßen,
denn „FREYJA“ ist der
Freiheit Name.
Zwei Töchter zog sie auf,
„Erkenntnis“ und
„Erfüllung“ sie geheißen*.
Verlassen von des Wütend
Vater OD,
ließ zurück sie in der
größten Not.
*H`noss und Gersemi
Diese Jungfraun musst er
liebend finden,
sich erneut mit ihnen
binden.
Diese Jungfraun seine
Kinder waren,
die er verließ vor ewig
vielen Jahren!
Töchter, die im Stich
gelassen,
Töchter, die ihn dafür
hassen!
Töchter, die er muss
erneut gewinnen,
will er dem Schmerz erneut
entrinnen.
Das Mysterium wird nun
erhellt:
ODUR selbst und ganzer Welt!
Sich selbst erkennend und
begreifend,
Erneut Vater sein, im
Herzen reifend!
Sich zu bekennen, wer man
ist und war,
das Bild im Kopf zeigt
sich NUN klar!
„SICH SELBST GEWEIHT“ ist
nun verstanden,
Ist heimgekehrt aus
MYRKVIDS LANDEN!
Zur dunklen Seit` sein
Stolz ihn trieb,
fern ab der stolzen Dame
Lieb`,
In ferne Wüste ist
gegangen,
und hat dort die Macht empfangen.
„Ein Volk für seinen
Namen“,
geformt nach alter
Sitte Norm,
Legte in die Menschen
seinen Samen,
brachte Leid in vieler Form!
Menschen, Sippen, Völker
dienten,
ihm aus Furcht und unter
Qualen,
Bestrafte sie – wenn er es
wollte -,
Trat in den Staub sie
mit SANDALEN.
Nur einmal hat es ihn
gereut,
mit Menschen die durch ihn
geschaffen,
brachte so die „Große
Flut“,
um sie all dahin zu raffen.
Doch bald hernach die
Einsicht kam,
Entsinnung bracht ihn heim
ins Land vom Vater,
Doch dort er fand nur
fremde Menschen,
fand nicht mehr dort das
Volk der RATER.
Denn ER hat sie
vernichtet,
in Fehde und ihm Krieg,
eilte stets und ohne Gnade
hin zum nächsten Sieg.
Brannte ganze Länder,
nieder bis zur Glut,
tränkte heimische dunkle
Erde,
mit der eig`nen Sippe Blut!
Diesen Umstand hat
vergessen,
war von BLUT und MACHT
besessen!
So tränkte selbst mit Blut
der Heimat Erde,
selbst mit dem
BLUT der ASEN-PFERDE!
Diese SCHULD – die muss er
tragen,
bevor er kann das NEUE
wagen!
MUSS diese SCHULD der WELT
bekennen,
will er sich wieder ODUR
nennen!
(Die Erkenntnis legt nahe, das Odur mit dem
alttestamentarischen Gott „Jahwe“ identisch ist, welches auch gleichsam die
Sühne am Kreuz (Jesus) erklärt. Demnach starb „Jesus“ (Apoll, Phol, Balder) für SEINE
Sünden am Kreuz: Sich selber sich selbst opfernd (Gyfaginning)).
Nun zu suchen, den Bruder,
den er einst verlor.
Glaubte ihn getötet, in
dem Kriege lang davor.
Vergessen alle Mären, sein
Blut und seinen Schmerz,
denn mit Kälte war gefüllt
– lange Zeit sein Herz.
Gesucht hat er, bis er
erkannte,
das den, den er gesucht in
aller Welt,
er doch niemals finden
konnte,
denn er selbst war der,
den ER gefällt!
Nicht den Bruder mußt er
suchen,
den es niemals gab,
sondern nur das verlor´ne
„ICH“,
das er dereinst trug
SELBST zu Grab`!
VERNEBELT Sinn von jenem
WORT,
dass geflüstert heiß in
Schattins HORT.
VERFÜHRT umschlungen
seinen LEIB,
aus SCHATTENREICH da kam
das WEIB!
DUNKLER GÖTTIN ward
erlegen,
in Gift gehüllt konnt
nicht bewegen!
EINGELULLT und
LIEBESTRUNKEN,
ist er in IHREN ARM
gesunken!
SCHMERZ und PEIN gepaart
mit SEX,
hat sein LEIB und HERZ
verhext!
DUNKLER TRIEB wurd
ausgelebt,
in Spinnennetz – das KLUG
gewebt!
GEFANGEN in dem NETZ aus
LÜGEN,
kann man nur SICH SELBST
betrügen!
WENN im SCHMERZ man findet
WONNE,
Herz erfüllt durch
SCHWARZE SONNE!
SCHWARZES LICHT und
dunkler Keller,
im Geist niemals mehr
wird’s HELLER!
GEFANGEN in den Bildern
die geschaut,
eine MAUER die man selbst
erbaut!
EINE MAUER, die man
niemals bricht,
weil aus ihr die WOLLUST
spricht!
So versucht man jenes zu
VERNICHTEN,
dessen WERK tut selbst
VERRICHTEN!
Um DUNKLE SEITE zu
verbergen,
die niemand soll im LICHTE
sehn!
Landet man bei jenen
ZWERGEN,
die einem dann das LEBEN
nehm´!
Und aus deinem Blute
formen SAFT,
den SKALDENMET: der Dichter
schafft!
Danach sinkst Du in die
Tiefen,
in die dich einst die
TRIEBE riefen!
WO du dann zum MALOK wirst,
und hernach das LEID
gebierst!
Zum Fürst der GREYS an
jenem ORT,
der eingebett`t in
Schattins HORT.
Wurd an finstrem Ort zu
Bös`Bewährten,
als auf die dunkle Seite
er sich stellte,
verriet die Recken und
Gefährten,
als ins Bett der
Schicksalsgöttin sich gesellte.
So wurd aus lichtem
BALDER, hell und Klar
Blinder HÖD, abgefall´n
mit Haut und Haar.
Sanftmut und Lieb` war
dereinst sein Begehr,
hats getauscht gegen MACHT
und HEER.
Trieb die Heere fröhlich
in den Tod,
brachte Mitgards Kindern
Leid und Tod.
Brachte Pest und Schrecken
in die Menschen-Welt,
streckte alles hin, vom
Feigen bis zum Held!
Mit Blut getränkt ist
Mitgards Erde,
Selbst Leichen riß er dort,
vernichtet gar die Schar
der Zwerge,
schreckte nicht vor
Meuchelmord.
Diese Schuld mußt er nun
tragen,
da hilft kein Trän´ und
auch kein Klagen.
Niemand konnte ihm Bürde
nehmen,
So mußt er selbst das
„Kreuz aufnehmen“.
Den Karren den er selbst
gefahren,
in der Welten tiefsten
Dreck,
mußt er selbst hinaus nun
ziehen,
ODUR, einst so stolzer
Reck`!
Sich selbst er mußt
begreifen,
das ER einst der Lichte
war.
Seine Liebe mußt erst noch
reifen,
neu erfüll´n die Welt, die
SEINE war.
ISAIS musste in ihm die
Liebe neu erwecken,
als vor Schattin Horden
musste sich verstecken.
Sah in seinen Augen warmes
Funkeln,
das hell erstrahlt in
Tiefes Dunkeln!
„Hilf mir!“ ins HERZ das
kalt,
und das im Geiste
widerhallt!
„Hilf Mir!“ in ihm das
Gefühlt geweckt,
das LANGE ZEIT ward dort
versteckt!
Aus Schattins Fängen
rettet er die DAME,
bracht zurück den Stein:
ISAIS war ihr NAME!
Aus SCHATTINS REICH wurd`
er verbannt,
wo als FÜRST MALOK ward
dereinst bekannt.
Nannte sich KWASIR, der
Weise,
trat an als Mensch erneut
die Reise.
Brachte Neider dann erst
auf den Plan,
nach dem Leben ihm zu
trachten dann.
Erschlugen ihn an dunklem
Ort,
Blutentleert an ZWERGE
HORT.
BLUT vermischt mir süßem
MET,
der SKALDENMET erst so
entsteht.
Doch ODUR wird erneut
geboren,
sucht weiter das, das
einst verloren!
Viele Leben – viele Reisen,
ihm den Weg des Schicksals
weisen!
Viel gesehen LEID und
SCHMERZ,
Voll Trauer war gefüllt
sein Kleines Herz.
Nun wollt helfen Sippen, Volk und Welt,
die ihn ZURECHT für den
Teufel hält!
So nahm er auf sich Tod am
Pfahl,
beendet so des Volkes Qual,
zu steigen ab in neunter
Nacht,
wenn sein Tod hat Sühn`
gebracht.
So verschmilzt der Vater
mit dem Sohn,
sein Tod am Kreuz bracht
neuen Lohn,
alte Sünde gesühnt nun
endlich war!
ODURs WEG ein Neuer war!
Nun ist die Zeit gekommen,
sich zu bekennen Freund
und Feind.
Seine Arbeit nun ist
aufzunehmen,
befrein die Menschen von
dem Leid!
Mit des Zwerges
ZAUBERHARFE,
die der „Neuen Minne“
fröhnt,
und mit Skalders
Rabensängen
Mitgard nun erneut
versöhnt!
Mit des Freundes Worte,
voll Liebe und voll
Zuversicht,
in eine „Neue Ära“ tragen,
dem alten Volk vors
Angesicht!
Erkannt hat er sich selbst,
Dunkelheit und Hellstes
Licht,
war lange Zeit im Eise
eingeschlossen,
doch Einsicht Eis nun bricht!
Sein Herz angefüllt mit
echter Reue,
kehrt zurück ganz ohne
Scheue,
zur grossen Mutter und zum
Vater,
zur Bestla und zum Bor,
dem RATER.
Zurückgekehrt verlor´ner
Sohn!
Hauset nun auf VATERGRUND,
Empfängt von BOR nun neuen
LOHN,
Erfüllt mit LIEB´ den
ERDENRUND.
Brüder nahm ihn auf in
RUND,
wohl begreifend VATERWORT,
sahen der LANZE tiefe WUND,
sahen den Grund, er ging
einst fort.
Auf MACHT und WISSEN hat
gebaut,
in Mimirs tiefsten QUELL
geschaut,
Wasser des Lebens hat
getrunken,
unmerklich in Schlaf ist
er gesunken.
FLÜSTERND Worte drangen an
sein Ohr:
Herrin MITGARDS „I H N“
erkor!
Macht zum Gotte ihn in
ihrem Reich!
Ihn zu setzen BOR selbst
gleich.
Doch diese Macht sie
niemals hatt`,
die Herrin Mitgards
dunkler Schatt`,
MACHT und GIER macht
letztlich BLIND,
macht aus dem Mann ein
geistig KIND.
Verriet die Liebe zu der
Göttin HÖRN,
ließ sich von SCHATTIN
heiß betörn!
Auf ihre Reize setzt´ sein Kraft,
Aus der Hoffnung Schmerz
so schafft!
Doch wer aus der Starre
sich befreit,
und ist zur Einsicht dann
bereit:
kann das Blatt erneut nun
wenden,
und den dunklen Pfad
erneut beenden!
ODUR hat sich selbst
erkannt.
Seine Erinn´rung hat den
Fluch gebannt.
VATER, MUTTER, EURE KRAFT:
Ihn ODUR NEUE HOFFNUNG SCHAFFT!
Nun hat er sich selbst
besiegt,
führte seinen letzten
Krieg.
Das dunkle niemals sollt
man unterschätzen,
sonst greift es dich und
wird verletzen,
das Herz, welch ungestüm
und voller WUT,
führt zum Verlust von Ehr
und Mut!
Der schwarze Geist, der
Hoffnung schafft,
in HILD-ES-HEIM fand seine
Kraft,
In der IR-MIN schwarzer
SäULe,
die in seiner Hand nun
wird zur Keule,
mit der er nun die
Schattin straft,
und ihre Brut nun bald
entlarvt.
So kommts nun ans letzte
Ende,
denn schon bald, da kommt
die Wende,
BALDER ist nun HEIMGEKEHRT,
VATER, MUTTER neu verehrt!
Die alten Recken sind geweckt:
Als Güldenkamm den Hals
gereckt!
Ruft zum Heil die
Ritterschar,
NEUER GRAL
erscheint so klar!
VERBINDUNG ist
zurückgekehrt,
Allen nun das LICHT
beschert.
GIMLES Tisch ist reich
gedeckt,
EINHERIER aus
STARR` geweckt!
Aus Walvater Halle
schreiten nun,
um ihre heil´ge Pflicht zu
tun.
Schwing den GER, der Worte
fasst,
NEUER ZEIT so angepasst!
Folgen Ruf ALLVATERs, der
nun heert,
WAGENTHOR ist HEIMGEKEHRT!
Der GRAL nun von neuem kann entstehn,
die alte WELT – sie wird
vergehn.
NEUES LICHT die Welt
erhellt,
das DUNKLE bald für immer
fällt.
Drum belohnt wird der, der
neues wagt,
ERFÜLLUNG endet WILDE JAGD.
An die Tafel Gimles kommen
Recken all,
bringen Schattins BRUT zu
fall.
Werden GUT und BÖSE nun
versöhnen,
und vereint der NEUEN
MINNE fröhnen.
Wieder 13 an der Zahl,
in Gimles Goldenen Saal,
Becher gefüllt mit
„schwarzem Blut“,
singen endlich – und sie
singen wahrhaft GUT.
WECKRUF weckt nun alle
Recken,
die in Mitgards Weiten
sich verstecken.
Ruft zum Kampf in Wigrids
Auen,
Recken einst und „Weise
Frauen“!
Um Dunkelmächte zu
verjagen,
und mit Erd den Aufstieg
wagen!
DUNKELHEIT wir nun
vertrieben,
Menschen lernen wieder
LIEBEN.
NEUE ERD bleibt nicht
verwehrt,
denn ODUR Heut ist
heimgekehrt.
VÄTER, MÜTTER, AHNENKRAFT,
in ASEN-SIPP nun HOFFNUNG
Schafft!
ODURs HERZ find´t endlich
Ruh,
IST HEIMGEKEHRT als YOK TI
Q.
Odur Odhinsson, Erntemond
der 5. Im Jahre des Wechsels(2005), Neubearbeitung des 2. Rabensanges aus dem
Jahre der BESINNUNG, ebenfalls Erntemond. (Aug.2002) und vollendet am letzten
Tag des Heumonds jenes Jahres, in dem
der KAMPF auf WIGRIDS AUEN
beginnen wird. (31.Juli 2020)
Autor: B. Freytag
www.fallwelt.de/goetter/OdursRueckkehr.htm