November 2011
In der Themenreihe die sich mit Luzifer, dem Widersacher beschäftigt konnte ich aufzeigen, dass er im Grunde genommen von edler Gesinnung ist, und ihm die meisten Vorwürfe zu Unrecht gemacht werden. Wenn das so ist, muss es doch jemand geben, der für all das Teuflische, welches auf der Erde herrscht, verantwortlich ist. Nachfolgend einige Denkansätze die ich, in weiteren Artikeln zum Thema, noch zu vertiefen gedenke.
Ein Name wird dabei in den Fokus gerückt werden müssen, nämlich der Gottesname JHWH, also Jehova, Jahwe oder wie auch immer. Dieser Gott gibt sich als der alleinige und wahre Gott aus, was natürlich völlig überzogen ist, denn diese Ein-Gott-Ideologie wurde von niemanden anderes als diesem JHWH aufgebracht, weil er keine anderen Götter neben sich duldete.
Da ich in dem Namen (Begriff) JHWH keinen Eigennamen sehe, sondern eher einen Titel (wie: ich bin der ich bin / der Amtierende), kann dieser Titel zweifelsohne zu anderen Zeiten auch auf andere Götter Anwendung finden – dann mögen auch die hier vorgebrachten Anschuldigungen keine Gültigkeit haben. Doch es geht mir jetzt um jenen Bibelgott, der um die Zeit, als die Bibel geschrieben wurde (also vor vielleicht etwa 2600 Jahren) die Macht hatte, über die Erde zu herrschen, zumindest aber über das Volk der Juden.
Und jener Gott war, und jetzt will ich mit den Worten von Jesus kommen, der Teufel. Für Jesus war gemäß Johannes der Gott der Juden ein Teufel, also ein Verleumder. Das mag für im christlichen Glauben Erzogene sehr befremdlich klingen und sie werden es auch gewiss anders zu deuten wissen.
44 Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden
eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und
stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge
redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater
derselben.
Als sich aber das Licht mit der
Finsternis vermischte, ließ es die Finsternis leuchten. Als sich aber die
Finsternis mit dem Licht vermischte, machte sie das Licht finster. Und es wurde
weder Licht noch Finsternis, sondern es wurde (15) trübe.
Der Archon nun, der krank ist, hat
drei Namen. Der erste ist Jaldabaoth, der zweite ist Saklas, und der dritte ist
Samael. Und er ist frevelhaft in seiner Unwissenheit, die in ihm ist. Denn er sagte: (20)
,Ich bin Gott, und es gibt keinen anderen Gott neben mir.` Er war
nämlich unwissend über seine Stärke, den Ort, von dem er gekommen ist.
Wenn sich aber die Finsternis mit dem Licht vermischte, also die Wirklichkeiten wie Gut und Böse nicht mehr recht
erkennbar wurden, machte sie das Licht finster;
diese Welt, die eingetrübt wurde, in der die Wahrnehmung geblendet und die
Wirklichkeit verschleiert war, bot den geeigneten Nährboden für (kranke)
Götter, die sich diese Situation zunutze machten. Obwohl nur drittklassig,
präsentierten sie sich als den allein wahren Gott, mit Attributen, die jeder
Grundlage entbehrten.
Der Bezug zum Bibelgott ist eindeutig!
Du sollst keine anderen Götter
haben neben mir.
Es handelt sich hier nicht um
irgendein beliebiges Bibelzitat, nein mit diesen Worten beginnen die 10 Gebote,
die Moses am Berg Sinai angeblich in geschriebener Form erhalten haben soll.
Nicht umsonst ist dieser Text den meisten Christen auch so vertraut.
4. Du sollst dir kein Bildnis noch
irgend ein Gleichnis machen, weder dessen, das oben im Himmel, noch dessen, das
unten auf Erden, noch dessen, das in den Wassern, unterhalb der Erde ist.
5. Bete sie nicht an und diene
ihnen nicht; denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da
heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied
derer, die mich hassen,
6. und tue Barmherzigkeit an vielen
Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.
7. Du sollst den Namen des HERRN,
deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft
lassen, der seinen Namen mißbraucht!
Dieser JHWH, meist nur Gott genannt, (weil er das so forderte)
hat über die Zeitalter eine Spur des Grauens hinterlassen. Er hat ganze
Landstriche mit Kriegen überzogen, er hat Völker gegeneinander aufgehetzt, er
hat das Recht verdreht, er hat die Fäden hinter den Ereignissen gezogen und
eine Religion geschaffen, durch die es leicht war, die Massen zu lenken.
Diese Religion hatte die Macht, das "Licht" (die
Wahrheit) zu verstecken und die Massen mit einem Scheinlicht (verdrehte
Wahrheiten) zu blenden. Auch wenn jetzt die Macht der Kirchen zu schwinden
scheint, sind sie immer noch weitgehend im Stande, die Machtverhältnisse auf
der Erde zu kontrollieren.
Vor 2000 Jahren stand einer auf, der dem entgegen trat. Er
predigte Liebe, er war ein Wegbereiter für eine Reform des Glaubens. Nicht
verwunderlich, dass die Machtelite ihm Widerstand bot und versuchte ihn zu
töten. ER wusste etwas mehr als die Massen, er wusste einiges von dem, was sich
hinter den Kulissen abspielte. So konnte er auch wissen, was nach seinem
Weggang mit jenen geschehen würde, die sich ihm anschlossen.
29 [Denn] ich weiß [dieses], daß
nach meinem Abschiede verderbliche Wölfe zu euch hereinkommen werden, die der
Herde nicht schonen.
Schon in den Anfängen wurden jene, die sich Christus
anschlossen, in ihrem Glauben manipuliert, und das noch bevor es diese Lehre
wirklich schaffte, in die Welt getragen zu werden. Einige erkannten gewisse
Widersprüche, doch sie mussten sich abspalten und meist im geheimen ihre "Gottesdienste"
abhalten. Zu jenen, die gewisse Wahrheiten wussten und bewahrten, gehörten z.B.
die Gnostiker. – Sie wurden von den Kirchenlehrern (wen wundert's) schon in
ihren ersten Anfängen aufs schärfste verfolgt. Alles bezeugt durch die
Schriften des Irenäus und später auch durch die des Eusebius.
Erst in unserer Zeit tauchten einige recht gut erhaltene
Schriften der Gnostiker wieder auf, und zwar in Nag Hamadi, weswegen sie jetzt
auch als die Nag Hamadi Schriften bekannt sind. Es sollte nicht schaden, sich
dieses Schriftwerk einmal genauer zu betrachten. Es bedarf wohl etwas Zeit und
auch das vertraut werden mit Begrifflichkeiten, die uns fremd sein mögen, ist
gefordert. Doch jene, die an den Wurzeln unserer christlichen Religion interessiert
sind, sollten ihren Horizont erweitern und das Studium dieser Schriften ins
Auge fassen.
Wenn nun aus christlicher Sicht behauptet wird, der
Teufel wäre jener gewesen, der den ersten Christen Widerstand entgegen brachte,
muss, bevor er das behauptet, etwas differenzieren. Meint er jenen Satan, der
einst das Menschengeschlecht besser machte als es der Rat der Götter gut hieß
oder meint er jenen Teufel, der sich als Gott der Israeliten ausgab? Letzterer
ist zwar "Gott", aber eben auch teuflisch.
Haben sich Christen einmal die Frage gestellt, weswegen
IHR Buch, die Bibel, solch einen Siegeszug um die ganze Erde antreten konnte
und zu dem meist gelesenen und meist gedruckten Buch werden konnte???? – Hätte
das tatsächlich sein können, wenn, wie die christlichen Kirchen behaupten, der
Gott der Welt, Satan der Teufel jener ist, der die Macht über die Erde innehat?
Wer die Macht hat, entscheidet was gut ist und was schlecht ist;
entscheidet was verbreitet werden darf und was nicht; der entscheidet, wer an
die Macht kommt und wer nicht. Wenn nun der Machthaber (also der Teufel) es
zulässt, dass die Bibel (AT) zu dem meistgelesensten Buch wurde, dann war das
in seinem Sinne!!! Wen wundert's, ist er es doch, der in diesem Werk zu einem
Gott glorifiziert wird. Und zwar zu dem "Alleinigen Gott", der über
allem steht.
Die infame Strategie dahinter ist jedoch die, all diese
teuflischen Machenschaften einzig dem Satan unterzuschieben. Wo also Gott
draufsteht, ist nicht zwangsläufig Gott drin. Und wo Satan draufsteht, ist im
Gegenzug nicht zwangsläufig ein Teufel drin. Ich hoffe, die Leser können mit
diesen Wortspielen etwas anfangen.
Autor: B. Freytag
www.fallwelt.de/nanna/wahreTeufel.htm