Aussehen des Bibelgottes

Du sollst dir kein Abbild machen

 

Juni 2007

 

Verbot von Bildnissen

Nun, der biblische Gott (JHWH) hat es ausdrücklich verboten, Abbilder seiner selbst zu erstellen.

 

2Mo 20 (Elberfelder rev.)

4 Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist.

 

So wird die Suche nach Bildnissen oder Statuen in geschichtlich relevanten Zeiten schwierig sein. Außer, sogenannte "Heidenvölker" hätten sich erdreistet, den Gott der Juden dennoch darzustellen.

 

Ein Bartträger

In der Tat soll es solcherart Darstellungen geben. Auf dem Bild, welches mir einmal vorlag, war ein leicht bärtiger Mann zu erkennen, der (soweit es die Genauigkeit hergibt) vielleicht einem Südländer ähnelt.

Daraus lässt sich aber nicht allzu viel herleiten, denn wer weiß, ob der Gott JHWH sich einst von Bildhauern porträtieren ließ? – Wohl eher unwahrscheinlich. – Also mag solch eine Darstellung entweder frei erdacht worden sein oder bestenfalls aufgrund einiger physiognomischer Merkmale hin erstellt worden sein.

 

Jesusbildnisse

So etwas ist ja auch bei uns üblich. Ich denke da an die zahllosen sogenannten "Jesusbildnisse". Sie sind alle reinste Phantasie und entbehren jeglicher physiognomischer Details. – Und doch wird jeder sofort, wenn er ein solches "Phantasiebild" in den Händen hält, denken, er habe es mit einem Jesusbild zu tun. Hollywood lässt grüßen.

Die Bibel hat uns keine Beschreibung des Aussehens Jesus hinterlassen. Bestenfalls die, dass er eher unscheinbar aussah.

Und weil das so ist, wird man sich schwerlich aus Skizzen oder einfachen Darstellungen der Frühzeit ein genaues Bild von Gott machen können.

 

Obwohl die Darstellung Gottes verboten war, gab es hier und da Hinweise auf seine äußere Erscheinung.

 

 

Der HERR machte einen Hausbesuch

Es gibt eine Begebenheit, die wir in der Bibel nachlesen können, wo Gott (JHWH) in Begleitung zweier Engel bei einem seiner Kontaktler einen Hausbesuch machte.

 

Aus dieser Begebenheit lässt sich deutlich herleiten, dass das Aussehen Gottes dem der Engel ähnlich sein dürfte!!!

(siehe also auch den Aufsatz: Physiognomie der Engel)

 

In dem bekannten Bericht, in dem Abraham von drei Engeln aufgesucht wird, nehme ich die Bibel einmal so wörtlich, wie es die meisten christlichen Kirchen von ihren Gläubigen erwarten. (Ich möchte dann aber auch kein "aber" hören.)

 

1Mo 18 (Luther)

1 Und der HERR erschien ihm im Hain Mamre, während er an der Tür seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war.

2 Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seines Zeltes und neigte sich zur Erde

….

16 Da brachen die Männer auf und wandten sich nach Sodom, und Abraham ging mit ihnen, um sie zu geleiten.

17 Da sprach der HERR: Wie könnte ich Abraham verbergen, was ich tun will,

18 da er doch ein großes und mächtiges Volk werden soll und alle Völker auf Erden in ihm gesegnet werden sollen?

19 Denn dazu habe ich ihn auserkoren, ….

22 Und die Männer wandten ihr Angesicht und gingen nach Sodom. Aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN

 

Die Rede ist von drei Männern. Zwei von ihnen gingen weiter nach Sodom. Ein dritter, der Chef persönlich, unterhielt sich noch unter vier Augen mit Abraham.

Der HERR (Jahwe) sieht also aus wie ein Mann und hat offenbar keine besonders auffälligen physiognomischen Merkmale.

Ein Bibeltext, den man so und nicht anders zu interpretieren hat, wenn man den Text wörtlich nimmt.

Ich kenne keine Hinweise darauf, dass dieser Text symbolisch oder anders zu verstehen sei.

 

 

Wir sind ihm ähnlich

Wir sind im Bilde Gottes erschaffen. Warum sich also unnötig darüber Gedanken machen, wie Gott vielleicht ausgesehen haben könnte? Zumindest sieht er einem Menschen ähnlich. Und zu keinem anderen Ergebnis dürfte man kommen, wenn man die Hinweise in der Genesis wörtlich nimmt!

 

Sie machten uns ihnen ähnlich

1Mos 1,26 (Pattloch)

Dann sprach Gott: >>Laßt uns Menschen machen nach unserem Abbild, uns ähnlich; sie sollen

 

Nach Gottes Ebenbild

1Mos 5,1 (Pattloch)

Dies ist das Buch des Stammbaumes Adams. Am Tage, da Gott Adam schuf, formte er ihn nach Gottes Ebenbild.

 

In seinem Bilde

1Mos 9,6 (Pattloch)

Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch Menschen vergossen werden! Denn nach seinem Bilde hat Gott den Menschen gemacht.

 

Gleich mehrmals haben wir in der Bibel den Hinweis auf die Ähnlichkeit des Menschen mit Gott (den Erschaffern). Es wäre paradox anzunehmen, dass Gott / die Götter, (weil himmlischer Natur) völlig anders als Menschen beschaffen sein müssten.

Oder liegt das daran, dass wir vom "Himmel" eine falsche (kirchlich geprägte) Ansicht hegen? Siehe auch den Aufsatz zum Thema Himmel.

 

Der Uralte

Dan 7 (Einheits)

 9 Ich sah immer noch hin; da wurden Throne aufgestellt, und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron, und dessen Räder waren loderndes Feuer.

10 Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz, und es wurden Bücher aufgeschlagen.

 

Offb 1,14 (Scofield)

14. sein Haupt aber und die Haare ‹waren› weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme

 

Joh 14 (Elberfelder rev.)

7 Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen; und von jetzt an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen.

 

Nun, die Hinweise auf physiognomische Merkmale (in der Bibel), die man direkt oder indirekt auf "Gott" beziehen kann, sind recht dürftig.

Besonders auffallend dürften aber sowohl die Haare als auch die Augen sein.

·        Weiße Haare, wohlgemerkt, keine grauen Haare!

·        Augen, die sich auffallend von den unsrigen unterscheiden. Sie haben ein gewisses "Funkeln".

 

 

Anmerkung zum Aussehen

Daraus mag sich auch das Verbot herleiten, von Gott kein Gleichnis zu machen. Er sieht, wenn er auf der Erde sein sollte, einem Erdenmenschen zumindest entfernt ähnlich.

Doch Gott sollte für uns Menschen eine so hochgestellte und erhabene Autoritätsperson sein, dass wir nicht einmal den Versuch unternehmen sollten, ihn uns mit unserem kleinen Bewusstsein vorzustellen. Ganz wichtig schien zu sein, dass  wir uns ihm gegenüber unterwürfig verhalten und alles, was aus seinem Munde kommt als wahr und  verbindlich ansehen. – Und wenn dieser Bibelgott auch nur ein besserer Mensch, wenn auch himmlischer, ist, wäre es mit der Autorität nicht zum besten bestellt.

So mag ein eher imaginärer Gott bei der Ausübung von Macht gewisse Vorteile haben.

Die christlichen Kirchen haben auch alles daran gesetzt, dieses virtuell - imaginäre Bild des Bibelgottes weiter auszuschmücken. Alles was diesen Bibelgott menschlich und unvollkommen erscheinen lässt, wird ignoriert, wegerklärt, schöngeredet oder man hat es einfach nur symbolisch zu verstehen.

Siehe auch den Aufsatz: Gott als Mensch. Die Folge ist, dass das derzeitige Gottesbild der Christenheit so entstellt ist, dass wir darin den wirklichen Schöpfergott nicht mehr wiederfinden können.

 

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Begraben wir schnellstmöglich eventuell noch vorhandene Klischee-Vorstellungen vom lieben Gott, der auf einen Thron sitzt welcher wiederum auf den Wolken des Himmels platziert ist.

Zum Glück haben die Maler Gott meist doch noch irgendwie menschlich dargestellt. Mit langem Bart und eben recht alt.

 

 

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Autor: B. Freytag

www.fallwelt.de/goetter/physiobibelgott.htm