Heilig

Heilig, heilig und nochmals heilig

 

 

Januar 2012

 

Heiliger Gott 1

Rituale. 2

Seraphe. 2

Der Mensch. 3

Heilige. 4

 

 

Heiliger Gott

Heiligkeit Gottes

Nachfolgend Anmerkungen über einige Merkwürdigkeiten, die mir im Zusammenhang mit Gotteskontakten auffielen. Ich bin der Ansicht, diese Hinweise könnten als Ergänzung für die Themenreihe: "Der Allmächtige, der keine anderen Göttern neben sich duldet" ganz sinnvoll sein. Aber ich erlaube mir das ganze auch etwas kritisch zu sehen; besonders vor dem Hintergrund, dass dieser Gott auch für zahlreiche Gräueltaten und für viel Gewalt und wenig Rücksichtnahme steht.

 

3.Mose 11,45 (Elbwerfelder)

Denn ich bin Jehova, der euch aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat, um euer Gott zu sein: so seid heilig, denn ich bin heilig.

An zahlreichen Stellen wird in der Bibel auf die Heiligkeit Gottes hingewiesen. Heiligkeit steht in etwa für Reinheit, aber eben für noch mehr, nämlich eine göttliche Reinheit.

 

Offb 4,8 (Elberfelder)

Und die vier lebendigen Wesen hatten, eines wie das andere, je sechs Flügel und <sind> ringsum und inwendig voller Augen, und sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der war und der ist und der kommt!

 

Jes 6 (Schlachter)

2. Seraphim standen oben über ihm, ein jeder von ihnen hatte sechs Flügel; mit zweien deckten sie ihre Angesichter, mit zweien deckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie.

3. Und einer rief dem andern zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen; die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit.

 

Zu Recht wird man sich fragen dürfen, wie das zu verstehen ist.

 

 

Frage nach Sinn

Wenn ein Engel in Gottesnähe nichts anderes macht als in alle Ewigkeit gebetsmühlenartig zu wiederholen: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen,

wird man sich zu Recht Fragen was dieser Unsinn soll.

Ein Gott, der so heilig ist und so erhaben ist, hat es bestimmt nicht nötig, dass jemand ständig plappert: Heilig, heilig, …. Die Erhabenheit sollte jedermann sichtbar sein.

 

Indoktrination

Wenn dieser Gott Jahwe aber doch nicht so heilig ist, wie er gerne gesehen werden möchte, hilft nur Indoktrination. – Nur so ist aus meiner Sicht dieser Sachverhalt nachvollziehbar.

Aus den Kersti-Texten lässt sich überdies erkennen, dass "Gott" auch kaum anders aussieht als ein Mensch. Was überdies auch für Bibelchristen nachvollziehbar sein sollte, denn der Mensch wurde ja im Bilde Gottes geschaffen. Wie der Vater, so der Sohn ….

 

Eine Veranschaulichung

Die Offenbarung des Johannes scheint eine Vision gewesen zu sein; handelte es sich dabei um so etwas wie eine Veranschaulichung? In Veranschaulichungen geben manchmal auch Übertreibungen einen Sinn.

 

Echtkontakt?

Im Falle von Jesaja bin ich nicht ganz sicher, ob es sich um eine Vision gehandelt hat, denn im nachfolgenden Text lesen wir:

 
Jes 6,5 (Schlachter)

…. meine Augen haben den König, den HERRN der Heerscharen, gesehen! 

 

Nicht wirklich

Jesaja schreibt, er habe Gott gesehen. Obwohl er ihm womöglich gegenübergestanden haben mag, wird ihn seine Körperhaltung, in Ehrfurcht, sich tief verneigend, gehindert haben, ihn wirklich zu sehen. – Hätte er Gott gesehen, würde er doch sicherlich einige Worte zu seinem Aussehen geäußert haben. Entweder wie herrlich sein Antlitz zu schauen war oder eben, er sah auch nur aus wie ein Mensch.

 

 

Rituale

Passende Ehrerbietung

Ich halte es für denkbar, dass Jesaja tatsächlich "Gott" gegenüber stand, auch wenn die meisten Interpreten der Bibel das anders erklären würden.

Nehmen wir also an, Jesaja hatte tatsächlich Zutritt zum "Alten", dann wäre es doch passend, wenn Seraphim, um das Ereignis entsprechend zu würdigen, durch ihre Anwesenheit, ihre Körperhaltung und das, was sie sagten, dem Rahmen eine gewisse Würde verleihen. –

 

Kirchenzeremonien

Nichts anderes versuchen Kirchen zu erreichen wenn sie ihre Rituale mit viel Pomp, Weihrauch, einem Sprechgesang und dem Einsetzen von Orgelklängen zelebrieren. Eine Menge zeremonielles Getue um den Gläubigen Ehrfurcht, Größe, Würde, … Heiligkeit und Gottesnähe vorzugaukeln.

 

Mann von unreinen Lippen 

Ich sehe das Geschehen in Verbindung mit Jesaja ganz ähnlich. Hier lief ein Ritual ab, in dem die Größe und Heiligkeit Gottes unterstrichen werden sollte und gleichzeitig dem Kontaktler (in diesem Falle Jesaja) vor Augen geführt werden sollte, wie klein und unrein er doch gegenüber Gott ist. Was Jesaja auch gleich dazu veranlasste auszurufen:

 

Jes 6,5 (Schlachter)

Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann von unreinen Lippen ….

 

Rituale

Dieses "Ritual" hatte also in Verbindung mit Jesaja seinen Zweck erfüllt.

Zum Thema "Rituale" siehe auch den entsprechenden Artikel.

Ganz offensichtlich hatte Jesaja eine entsprechend demütige Haltung vor "Gott" einzunehmen, die es ihm auch nicht ermöglichte, Gott wirklich zu sehen. Es ist kein Geheimnis, dass man Gott nicht sehen darf. Wer ihn sieht, muss sterben …. Und da dürfte es nur ganz wenige Ausnahmen gegeben haben. Das ist der Stand der Dinge, wie er bis in unsere Zeit unverändert geblieben ist.

Zum Thema passend auch: Der sichtbare Gott

 

 

Seraphe

Seraphim

Jene, die fortwährend ausriefen; Heilig, heilig, … waren Wesenheiten, die als Seraphim (Seraphe) benannt werden. Dabei handelt es sich um eine Spezies von Wesenheiten, die nicht so wie Gott und nicht wie der Mensch aussieht. Was eher befremdlich sein dürfte: Bei diesen Seraphim soll es sich um geflügelte Schlangenwesen mit einem menschlichen Antlitz handeln.

 

Brandwesen

Manche nennen sie auch Brandwesen, weil sie aus Feuer sind.

In der Sure 7,12 soll Iblis gesagt haben, er würde sich nicht vor Adam verneigen, denn er sei besser, er sei aus Feuer gemacht und nicht aus Lehm.

 

Zitat aus: http://kirchensite.de/downloads/Bibelarbeiten/Bibelarbeit_Mai06.pdf

Kleinfunde (Stempelsiegel) aus Israel/Palästina zeigen das weit verbreitete Motiv einfach oder zweifach geflügelter Schlangen (Diese sog. geflügelter Uräen üben eine Schutzfunktion aus). Nach Jes 6 tragen die Seraphim Flügel. Sie haben aber auch menschliche Züge.

 

Schlangenwesen

Jetzt gilt es aufzuhorchen: In der Bibel wird die "Schlange" mit Luzifer, dem Auslöser alles Bösen in Zusammenhang gebracht und im wahrsten Sinne des Wortes verteufelt. Gemäß der Genesis (1. Mose 3,14) verfluchte Gott die Schlange sogar. – Und jetzt umgibt sich "Gott" in seinem engsten Umfeld wiederum mit einer Spezies aus Schlangenwesenheiten; offenbar ihm äußerst ergebene sehr verlässliche Wesen.

 

Schergen Gottes

Damit sollte die Spezies der Echsen, zu denen auch Schlangen und in diesem Falle Seraphine zählen, wieder rehabilitiert sein! – Außer Gott ist in Wirklichkeit nicht so gut wie wir es glauben sollen, dann würden diese Seraphim zu den Schergen eines Tyrannen degradiert, die gehorsam bereit sind, jede erdenkliche Gräueltat auszuführen.

 

 

Der Mensch

Gott untertan

Wir Menschen sollten in allen Bereichen Gott untertan sein, wir sollten ihm an Intelligenz und Fähigkeiten deutlich unterlegen sein. Aber der Mensch war im Ergebnis doch nicht so geringwertig (minderwertig) gegenüber Gott geschaffen (gekreuzt) worden. Und dieser Umstand war Gott ein großes Ärgernis. Zur Erinnerung, weswegen kam er herunter, um zu sehen, was die Menschen machten?

 

1. Mose 11 (Schlachter)

6. Und der HERR sprach: Siehe, es ist nur ein einziges Volk, und sie sprechen alle nur eine Sprache, und dies ist der Anfang ihres Unternehmens! Nun wird es ihnen nicht unmöglich sein, alles auszuführen, was sie sich vorgenommen haben.

7. Wohlan, laßt uns hinabfahren und daselbst ihre Sprache verwirren, daß keiner des andern Sprache verstehe!

 

Er war zu gut

Gott ist es offenbar unheimlich, wozu der Mensch imstande ist; was er in die Tat umsetzen kann. Anstatt eines friedlichen Miteinanders sollen die Menschen durch Sprachschranken gespalten werden und sich fortan gegeneinander aufreiben. Wenn wir selbst in unserer aufgeklärten Zeit noch immer in Zwietracht miteinander leben und bereit sind, schlimme Kriege zu führen, dann sollten wir uns in Bewusstsein rufen, das ist "gottgewollt". – Womit wir dann wieder beim "lieben" Gott wären, der eben doch nicht so lieb ist.

 

Das Umerziehungsprogramm

Damit der Mensch der Rolle gerecht wird, für die er geschaffen wurde, mussten ihm Hindernisse in den Weg gelegt werden. Gleichzeitig musste er gehörig indoktriniert werden:

Der Mensch ist winzig, unrein, sterblich, ….

Gott ist Größe, Weisheit, Güte, Macht ….. und Heiligkeit.

 

Winzigkeit

Der Mensch hat sich gefälligst den Weisungen Gottes zu fügen. Er hat Gott als allmächtig, weise und gerecht zu betrachten.

 

Jes 41,14 (Elberfelder)

14 Fürchte dich nicht, du Wurm Jakob, du Häuflein Israel; ich helfe dir, spricht Jehova, und dein Erlöser ist der Heilige Israels.

 

Jes 40,15 (Elberfelder)

15 Siehe, Nationen sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waagschale. Siehe, Inseln sind wie ein Stäubchen, das emporschwebt.

 

Gott ähnlich

1. Mose 5,1 (Schlachter)

Dies ist das Buch von Adams Geschlecht: Am Tage, da Gott den Menschen schuf, machte er ihn Gott ähnlich;

 

Auch wenn wir nicht gottgleich sind, so sind wir ihm doch zumindest ähnlich. So und nicht anders steht es in der Bibel geschrieben. Das erwähne ich als Erinnerung an jene Christen, die am geschriebenen Buchstaben kleben.

 

Ps 8,5 (Elberfelder)

5 Denn ein wenig {O. eine kleine Zeit} hast du ihn unter die Engel {Hebr. Elohim} erniedrigt; {Eig. geringer gemacht als} und mit Herrlichkeit und Pracht hast du ihn gekrönt.

 

Dieser Text wird von vielen meist prophetisch auf Jesus angewandt. Sei's drum, der Körper eines menschlichen Wesens, und das war Jesus zweifellos, ist nur ein wenig unter dem der Engel.

 

Verantwortung Gottes

Ich will an dieser Stelle gar keine Lanze für die Menschen brechen, sie sind alles andere als gut ….. und schon gar nicht heilig. Aber vieles ist den Lebensumständen geschuldet, unter denen wir hier zu leben haben, und "Gott" trägt dazu eine erhebliche Mitverantwortung.

 

 

Heilige

Und was ist mit den sogenannten "Heiligen"???? – Das wäre ein äußerst interessantes Thema!!!

 

Zitat aus:  http://www.theologie-beitraege.de/heilig.pdf

Als die Kirche freilich nach der >Konstantinischen  Wende< (313) erheblich an Mitgliedern gewinnt  und dabei deren Entschiedenheit, sich in  den Versöhnungsdienst Jesu  Christi hineinnehmen  zu  lassen, merklich abnimmt, werden nur mehr jene Christen als >Heilige< bezeichnet, die in einer besonderen Nähe Gottes zu leben scheinen oder zu Lebzeiten von den Mitchristen so erfahren wurden (siehe das >Santo Subito< während des Requiems von Papst Johannes Paul II.). Aufgrund  der Vielfalt ihrer Talente, welche nicht nur ohnehin die Natur des Menschen prägen, sondern  zudem  auch durch die gelebte Gottesnähe noch befördert werden, gewinnen die in der Kirche verehrten >Heiligen< sehr differenzierte Profile. Sie alle stimmen darin überein, dass sie an der je besonderen Stelle, an die sie das Leben stellt, in herausragender Weise von der im Heiligen Geist empfangenen versöhnenden Liebe Gottes Zeugnis geben.

 

Ein Demiurg

Wer von der katholischen Kirche heilig gesprochen wird, hat in ihrem Sinne eine gewisse Gottesnähe offenbart. Doch die Kirche(n) steht (stehen) im Dienste eines Gottes, den Jesus als mit dem Teufel in Zusammenhang bringt. Andere Schreiber, darunter auch die Gnostiker aus jener Zeit, sehen im Gott Jahwe den Demiurgen, welchen sie als einen grausamen Gott mit Mängeln beschreiben. So gesehen haben die "Heiligen" der Kirche ihr Leben nicht einem wirklich heilig zu nennenden Gott verschrieben. Was natürlich den Schluss zulässt, dass viele Heilige eben doch nicht so heilig waren, wie es einem "Heiligen" angemessen wäre.

 

Häretiker

Bekannt ist, dass die Kirche über lange Zeiträume hinweg regelrechte Feldzüge gegen Andersgläubige führte. Viele, ich würde sogar behaupten die meisten, der Verfolgten waren rechtgläubiger als jene, die sich auf dem Stuhle Petri zu sitzen wähnten. Was heißt, die Kirche ließ es nicht zu, dass der Rechtgläubigkeit der Weg gebahnt wurde. – So gesehen war die Kirche ein Werkzeug Gottes; eines Gottes, der alles andere als heilig zu bezeichnen wäre.

 

Wahre Heilige

Die wirklichen Heiligen, die immer einmal wieder unter uns gelebt haben, konnten natürlich nicht in der Lehre der (katholischen) Kirche sein, das wäre ein Widerspruch. Also standen sie auf der Abschussliste. Ihnen wurde vorgeworfen mit dem Teufel im Bunde zu sein, die meisten von ihnen fanden ihr vorzeitiges Ende auf dem Scheiterhaufen.

 

Jesu Tod

Nicht vergessen darf man, dass auch Jesus sterben musste, weil er etwas anderes lehrte als es der offiziellen Gelehrsamkeit jener Tage entsprach. Und so wie Jesus starb, starben auch viele seiner Mitstreiter (aus dem selben Grund). Wenn Gott doch seine Hand schützend über seine "Treuen" hält, weswegen starben denn die meisten von ihnen?

 

Viele starben

Das ist auf jeden Fall eine interessante Frage. Bei Jesus würden viele Interpreten von Glaubensfragen sagen, er sollte sterben, um uns durch seinen Tod von der Sünde zu befreien (wird von den Kirchen jeweils etwas unterschiedlich ausgelegt). – Doch wie sieht es mit den anderen aus, z. B. den Aposteln, die federführend waren, um das Werk von Jesus fortzuführen? – Die meisten von ihnen starben gleichfalls durch Feindeinwirkung.

 

Paradox

Daraus kann ich nur entnehmen, dass sich dieser "Gott" entweder:

gar nicht für das Werk seines Sohnes interessierte – was eher unwahrscheinlich ist.

oder

dass es ihn gar nicht gab – was ebenfalls unwahrscheinlich ist.

oder

er seine treuesten Diener unter schwersten Prüfungen ihre Gottergebenheit unter Beweis stellen ließ. – Gibt zwar einen gewissen Sinn, ist aber in sich mit vielen Widersprüchen behaftet.

       oder

"Gott" selbst suchte die Verbreitung der Lehren seines Sohnes, die so gar nicht in seinem Sinne waren, zu verhindern. – Klingt etwas paradox, scheint mir jedoch einen Kern Wahrheit zu enthalten.

 

 

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Autor: B. Freytag

www.fallwelt.de/nanna/heilig.htm